Böse Vorahnung bewahrheitet sich

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Mit einer gewissen Vorahnung (sonst hätte ich keinen Termin gemacht) ging ich Ende letzten Jahrens zum Augenarzt, um meine Augen einmal allumfassend durchchecken zu lassen.

Da ich bereits hochgradig schwerhörig bin, ist es mir natürlich besonders wichtig, dass diese gut funktionieren.

Diesem fiel sofort meine Schwerhörigkeit auf und nach Schilderung meiner Probleme (schlechte Nachtsicht, gelegentliches Stolpern über Dinge, grellweiße Halbmonde die hin und wieder über meine Netzhaut sausen, Flimmern, vor allem wenn ich auf einfarbige Flächen schaue und eben nachts) hatte er wohl die gleiche Vorahnung wie ich und schickte mich in die Augenklinik, da er die passenden Utensilien für die benötigten Untersuchungen nicht hatte.

Nach 3-monatiger Wartezeit kam es dann im letzten Monat zu den besagten Untersuchungen.

Kurz und knapp: ich habe Retinitis pigmentosa oder auch Retinopathia pigmentosa. Kurz: RP

Man sagte mir noch, dass es einen genetischen Zusammenhang zwischen meiner Schwerhörigkeit und diesem Augenleiden gibt und ich in der nächsten Uniklinik eine genetische Beratung bezüglich Usher-Syndrom bekommen soll.

Außerdem kann ich nichts dagegen tun. RP ist irreversibel und kann zur Erblindung führen. Genauer Verlauf nicht voraussehbar.

Wumms … aus und ich war wieder draußen. Zig Fremdwörter im Kopf, noch immer schwummrige Sicht wegen den pupillenerweiternden Augentropfen und eine ganz große Headline im Kopf: du wirst erblinden!

Nach Tagen des Heulens und Tagen des Verdrängens versuche ich nun diese Diagnose sachlich anzugehen und somit vielleicht auch für mich annehmen zu können.

Das Hauptproblem momentan wird für mich sein, dieses Desaster psychisch zu verarbeiten und mich nicht von ganz neuen Zukunftsängsten überwältigen zu lassen.

 

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2 Gedanken zu „Böse Vorahnung bewahrheitet sich

    Diva sagte:
    2014/04/30 um 14:04

    Ich bekomme gerade eine Gänsehaut ! Ich weiss genau wie du dich fühlst! Ich fühl mich gerade sehr stark an den Tag meiner Diagnose zurück erinnert.
    Ich war fertig , fix und fertig . Ich dachte : NEin Blind ist das Leben nicht lebenswert!
    Aber , damals war ich noch sehr jung . Man muss erstmal wieder zu sich selber finden.
    Mir hat damals eine ebenfalls RP Betroffene Frau in meinem Wohnort sehr weitergeholfen .
    Sie war schon blind , aber sehr mobil.
    Ich bewunderte sie immer , irgendwann sprach ich sie an . Sie machte mir sehr viel Mut . Sie erzählte mir von ihrem Leben , von ihren Aktivitäten und bei mir im Kopf fand langsam ein Umdenken statt .
    Ich dachte : Was SIE kann , das kann ICH auch ! 🙂
    Ja und so ist es auch . Heute habe ich nur noch einen Mini Sehrest , den ich auch nur noch auf dem einen Auge wirklich nutzen kann , bin aber immer noch sehr aktiv und unternehmungslustig und werde es auch immer bleiben!
    Liebe Grüsse Anja

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      mamuhefi geantwortet:
      2014/04/30 um 15:18

      So wechselt man die Seiten. Und in 20 Jahren mache ich dann der oder dem nächsten Neuerkrankten Mut. Versprochen. (wobei ich natürlich niemanden diese Diagnose wünsche)

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