Können und Grenzen

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Ich habe 2 sehr ausgefüllte Wochen hinter mir. Ich will sie nicht anstrengend nennen, da das Pensum durchaus machbar war, ich fühlte mich nicht überfordert. Aber die Tage waren lang.

U.a. habe ich mich die Woche mit einer Freundin verabredet und mich nach der Arbeit in einem Lokal getroffen. Es ist ein sehr beliebtes Lokal und es war dementsprechend voll. Hinter mir saß eine größere Studententruppe. die natürlich einen großen Geräuschpegel verursachten. Als diese Gruppe ging, sagte meine normalhörende Freundin selbst wie angenehm es jetzt sei, seitdem der Krach weg ist.

Mir selbst war es gar nicht so bewusst geworden. Da stellte ich fest, wie stark ich schon aufs Lippenlesen fixiert bin, sodass es für mich keine Rolle spielt ob es mäßig laut oder extrem laut um mich herum ist. Leider merke ich auch wie ich beispielsweise in ruhigen Umgebungen Personen nicht mehr verstehe, wenn ich mich nicht komplett auf sie konzentriere oder nicht von ihren Lippen ablesen kann. Ich muss mal einen erneuten Hörtest machen, denn ich bin mir nicht sicher ob es an schlechter werdenden Ohren liegt oder an zunehmender Erschöpfung und einer somit schlechter werdenden Konzentrationsfähigkeit.

Anders war es dieses Wochenende. Ich habe mich mit einer anderen Freundin getroffen und waren in einer gemütlichen Cocktaillounge. Die Akustik war auch fordernd, schlimmer war aber das gemütliche schwummrige Licht. Das Flimmern vor meinen Augen wurde deutlich stärker. Durch das Dämmerlicht mein Gesichtsfeld kleiner. Das bereitete mir Schwierigkeiten beim Lippenlesen. Als ich mal das stille Örtchen aufsuche, sprach mich meine Freundin hinterher drauf an, wie es mit meinem Sehen hier wäre, da ich sehr vorsichtig den Weg gesucht hätte. Es stimmte. Durch das geringe Licht und teilweise vereinzelten starken Lichtquellen, die blendeten, hatten meine Augen Schwierigkeiten sich anzupassen. Ich sah die Umgebung direkt um mich herum nicht mehr, sodass ich Angst hatte Stühle, Tische oder Personen anzurempeln.

Ich erklärte es ihr und wurde innerlich traurig. Schlimmer wurde dieses Gefühl, als ich beim abschliessenden bezahlen das Wechselgeld, das mir die Bedienung hinstreckte nicht sah. Ich merkte an ihrer Körperhaltung, dass sie auf was wartete und ich sah dann genauer hin.

Gestern hatte ich seit längerem dann einen komplett freien Tag. Auf diesen hatte ich mich schon sehr vorgefreut. Statt ihn richtig geniessen zu können fiel ich in ein tiefes Loch. Sogar Kopfschmerzen, Rücken- und Gliederschmerzen stellten sich ein. Sodass ich mich auch heute krank gemeldet habe.

Es scheint mir wohl ein bisschen klarer geworden zu sein, dass dies alles kein schlechter Scherz, sondern leider bittere Realität ist.

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