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Ein Geschenk des Himmels: SCHNEE :)

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Die dunkle Jahreszeit macht mir zu schaffen.

Im Dunkeln aus dem Haus, im Dunkeln von der Arbeit heimwärts. Kein Autofahren, kein Reiten unter der Woche.

Begrenzungen und Stufen übersehen, viele Beinahezusammenstöße mit Leuten in der Stadt. Langsames Vortasten in unbeleuchteten Abschnitten.

Allgemein große Unsicherheit.

In jeder meiner Jackentaschen steckt mittlerweile eine Taschenlampe. Für den Weg zum Stall (keine Straßenbeleuchtungen, finsterer Feldweg) habe ich mir einen Mini-Baustrahler als Handlampe geholt. Sehr praktisch, da er nicht weit sondern den Weg breit ausleuchtet.

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Strahler

Dennoch, früher hat mir das Mondlicht für solche Wege gereicht. Und ich habe es genossen nachts unterwegs zu sein, wenn fast alle Menschen daheim sich einmummeln. In der Kälte, in der Stille. Das hatte immer eine ganz eigene Faszination, ich habe mich lebendig, frei und glücklich gefühlt. Mit Taschenlampe geht das Gefühl flöten. Ich bin ein Winterkind. Und ich bin eine Eule. Dieses sch**** Usher zwingt mich dazu eine Lerche zu werden, damit ich noch was vom Tageslicht hab. Und ich „freue“ mich auf den Sommer, weil die Tage dann länger sind. Schon wieder ein herber Verlust der mir bewusst wird.

Doch am 2. Weihnachtstag wurde ich eines besseren belehrt, dass man nicht immer gleich zu schwarz sehen sollte (haha… was für eine passende Wortwahl). Denn da kam Hilfe von ganz oben. SCHNEE!
Plötzlich ist alles schön weiss, große Flächen die das kleinste Licht reflektieren. Darin schön kontraststark abgezeichnet die freigeräumten schwarzen Straßen.
So konnte ich ohne künstliches Licht durch die „Dunkelheit“ marschieren. Diese Atmosphäre hat mir sehr gefehlt. Dieses eins sein mit der Natur, dieses Verschwinden im Großen und Ganzen. Ich sah die kahlen Bäume an den Feldern, jeden einzelnen Ast, den Waldrand, die Weidepfosten. Oder auch 2 Rehe auf der Schneewiese nach Futter suchten, die mich gar nicht bemerkten. Ich sah ihnen lange zu, bis sie dann im Wald verschwanden.

In dem Sinne: HALLO 2015! EIN SCHÖNES NEUES JAHR!

Eure
Schneeeule 🙂

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Eigentlich

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Im Moment vergeht die Zeit wie im Flug.  Mir gefällt das nicht so recht, ich bräuchte Zeit zum Innehalten. Zudem ist 2014 einfach nicht mein Jahr. Es passierte zuviel, zuviel Unschönes, zuviel Belastendes. Über einige Dinge wollte ich hier eigentlich noch berichten.

„Eigentlich“ … dieses Wort benutze ich viel zu häufig. Wenn man „eigentlich“ in den Satz einbaut, meint man im Grunde genommen das Gegenteil.

Ich habe den Eindruck, dass es bei mir ganz häufig meine Erschöpfung wiederspiegelt.

  • eigentlich war das Wochenende mit meiner Mutter schön (… es kostete mir nur zuviel Energie)
  • eigentlich macht mir meine Arbeit Spaß (… ich kann mich nur nicht Konzentrieren)
  • eigentlich möchte ich gerne Umziehen ( … mir fehlt nur der Antrieb)
  • eigentlich möchte ich gern dieses oder jenes machen (… mir fehlt nur die Zeit)

 

  • eigentlich geht es mir gut …

 

Worüber ich noch schreiben wollte, wenn ich ausreichend Zeit, Energie, Konzentration habe, in Kurzfassung:

  • Usher-Thementag: war im Oktober und ich habe endlich real Gleichbetroffene kennengelernt. Das war emotional sehr aufwühlend. Zum einen klar zu sehen wo die Reise hingehen wird, zum anderen habe ich aber auch ganzganz liebe, nette, lustige, sympathische und lebensfrohe Menschen kennengelernt.
  • genetische Untersuchung: es hat endlich funktioniert (das erwies sich ja ein wenig problematisch:  Frust II). Ich war bei der genetischen Beratung. Mein Blut wurde abgezapft und wird nun in den kommenden Wochen analysiert. Dann habe ich hoffentlich ein Ergebnis. Ich kann nur Herrn Prof. Dr. Bolz der Firma Bioscientia empfehlen. Ein sehr bemühter, menschlicher und kompetenter Mann.
  • ich war nochmal beim IfD (Integrationsfachdienst) und bin dort beim Erzählen meiner Schwierigkeiten in Tränen ausgebrochen. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, fühlte mich schon so abgestumpft. Die liebe Frau vor Ort ermutigte mich nochmal einen Reha-Antrag zu stellen. Sie will mir auch beim evtl. eintretenden Widerspruch helfen.
  • Hörgeräte-Kostenübernahme ist erstmal gescheitert. Auch für die Kantenfiltergläser die ich beantragt habe ist die Zuzahlung mickrig.
  • Ich habe einen Antrag auf Verschlechterung bei der Rentenversicherung eingereicht. Mal sehen was dabei rumkommt.
  • Und noch etwas Positives: Ich habe eine neue Wohnung und wohne jetzt im selben Ort wie mein Pferdchen. Darüber bin ich sehr froh und erleichtert. Ich fahre nun nur noch mit dem Bus. Der Umzug ist allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen. Aber ich lasse mir Zeit.

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Können und Grenzen

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Ich habe 2 sehr ausgefüllte Wochen hinter mir. Ich will sie nicht anstrengend nennen, da das Pensum durchaus machbar war, ich fühlte mich nicht überfordert. Aber die Tage waren lang.

U.a. habe ich mich die Woche mit einer Freundin verabredet und mich nach der Arbeit in einem Lokal getroffen. Es ist ein sehr beliebtes Lokal und es war dementsprechend voll. Hinter mir saß eine größere Studententruppe. die natürlich einen großen Geräuschpegel verursachten. Als diese Gruppe ging, sagte meine normalhörende Freundin selbst wie angenehm es jetzt sei, seitdem der Krach weg ist.

Mir selbst war es gar nicht so bewusst geworden. Da stellte ich fest, wie stark ich schon aufs Lippenlesen fixiert bin, sodass es für mich keine Rolle spielt ob es mäßig laut oder extrem laut um mich herum ist. Leider merke ich auch wie ich beispielsweise in ruhigen Umgebungen Personen nicht mehr verstehe, wenn ich mich nicht komplett auf sie konzentriere oder nicht von ihren Lippen ablesen kann. Ich muss mal einen erneuten Hörtest machen, denn ich bin mir nicht sicher ob es an schlechter werdenden Ohren liegt oder an zunehmender Erschöpfung und einer somit schlechter werdenden Konzentrationsfähigkeit.

Anders war es dieses Wochenende. Ich habe mich mit einer anderen Freundin getroffen und waren in einer gemütlichen Cocktaillounge. Die Akustik war auch fordernd, schlimmer war aber das gemütliche schwummrige Licht. Das Flimmern vor meinen Augen wurde deutlich stärker. Durch das Dämmerlicht mein Gesichtsfeld kleiner. Das bereitete mir Schwierigkeiten beim Lippenlesen. Als ich mal das stille Örtchen aufsuche, sprach mich meine Freundin hinterher drauf an, wie es mit meinem Sehen hier wäre, da ich sehr vorsichtig den Weg gesucht hätte. Es stimmte. Durch das geringe Licht und teilweise vereinzelten starken Lichtquellen, die blendeten, hatten meine Augen Schwierigkeiten sich anzupassen. Ich sah die Umgebung direkt um mich herum nicht mehr, sodass ich Angst hatte Stühle, Tische oder Personen anzurempeln.

Ich erklärte es ihr und wurde innerlich traurig. Schlimmer wurde dieses Gefühl, als ich beim abschliessenden bezahlen das Wechselgeld, das mir die Bedienung hinstreckte nicht sah. Ich merkte an ihrer Körperhaltung, dass sie auf was wartete und ich sah dann genauer hin.

Gestern hatte ich seit längerem dann einen komplett freien Tag. Auf diesen hatte ich mich schon sehr vorgefreut. Statt ihn richtig geniessen zu können fiel ich in ein tiefes Loch. Sogar Kopfschmerzen, Rücken- und Gliederschmerzen stellten sich ein. Sodass ich mich auch heute krank gemeldet habe.

Es scheint mir wohl ein bisschen klarer geworden zu sein, dass dies alles kein schlechter Scherz, sondern leider bittere Realität ist.